Endlich Zeit für Innovation – Was Zeitmanagement-Expertin Blanka Vötsch uns lehrtEndlich Zeit für Innovation – Was Zeitmanagement-Expertin Blanka Vötsch uns lehrt

Wir haben keine Zeit. Wirklich nicht?

„Wir haben keine Zeit für Innovation.“ Dieser Satz fällt in Unternehmen erstaunlich oft. In Strategie-Meetings, in Gesprächen mit Führungskräften, in Workshop-Runden, wo eigentlich neue Ideen entstehen sollten. Das Tagesgeschäft geht vor. Die E-Mails stapeln sich. Der nächste Termin wartet bereits. Und das große Thema – Innovation, strategische Weiterentwicklung, Zukunftsfähigkeit – wird wieder auf später verschoben.

Nur: Später kommt nie.

Genau hier setzt Blanka Vötsch an. Die Zeitmanagement-Expertin und Trainerin aus dem deutschsprachigen Raum kennt dieses Muster aus hunderten Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen. Und sie sagt klar: Das Problem ist nicht die Zeit. Es ist der fehlende Fokus.

In der aktuellen Folge des Podcasts Innovation einfach machen spricht sie über die Ursachen dieser Zeitfalle – und vor allem darüber, wie man aus ihr herauskommt. Mit einem Modell, das so einfach wie wirkungsvoll ist: den drei Ps.

Das Interview gibt es in meinem Podcast „Innovation Einfach Machen“ anzuhören oder direkt auf YouTube.

Hinweis: Ein Gespräch mit David Eder – Blogbeitrag auf Basis der Podcastfolge „Innovation einfach machen“ mit Bianca Prommer wurde mithilfe von KI erstellt

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Die eigentliche Diagnose: Kein Zeitproblem, sondern ein Fokusproblem

Wer Blanka Vötsch zuhört, merkt schnell: Sie scheut keine klaren Worte. Wenn Führungskräfte sagen, sie hätten keine Zeit, korrigiert sie das freundlich, aber bestimmt.

„Sie haben genug Zeit. Ihnen fehlt nicht die Zeit – ihnen fehlt der Fokus.“

Das klingt provokant. Und es soll auch ein bisschen provokant klingen. Denn hinter diesem Satz steckt eine wichtige Erkenntnis über menschliches Verhalten: Wir erledigen bevorzugt das, was leicht ist. Was schnell geht. Was uns das gute Gefühl gibt, ein To-do abgehakt zu haben.

Ein paar E-Mails beantworten. Eine kurze Rückfrage klären. Den Schreibtisch aufräumen. Das alles fühlt sich produktiv an – ist es aber oft nicht, zumindest nicht im strategischen Sinne.

Das Schwierige hingegen – das Nachdenken über neue Geschäftsmodelle, das Entwickeln von Innovationsstrategien, das Treffen von Entscheidungen mit langfristiger Wirkung – das schieben wir vor uns her. Weil es anstrengend ist. Weil es Konzentration erfordert. Weil der Ausgang ungewiss ist.

Dieses Muster ist keine Frage der Disziplin. Es ist schlicht menschlich. Und wer es versteht, kann sich selbst austricksen – und anfangen, die wirklich wichtigen Dinge tatsächlich anzugehen.

Das 3-P-Modell: Priorisieren, Planen, Pausen machen

Blanka Vötsch hat ihre Erfahrungen aus Jahren der Arbeit mit Unternehmen in einem einfachen Modell verdichtet, das sich leicht merken lässt und sich trotzdem als ausgesprochen wirksam erweist: die drei Ps.

1. Priorisieren – Die Leiter an die richtige Wand lehnen

Alles beginnt mit der Frage: Was ist wirklich wichtig? Nicht nur heute. Nicht nur diese Woche. Sondern mittel- und langfristig.

Blanka Vötsch nutzt dafür ein treffendes Bild: Wer die Leiter an die falsche Wand lehnt, kommt zwar schnell nach oben – aber landet am falschen Ort. Effizienz ohne Priorität ist verlorene Energie.

Priorisieren bedeutet, sich regelmäßig die Frage zu stellen: Was bringt mir – meinem Team, meinem Unternehmen – langfristig wirklich Mehrwert? Welche Themen, wenn sie heute vernachlässigt werden, rächen sich in einem Jahr? In drei Jahren?

Innovation ist ein solches Thema. Technologische Entwicklungen, veränderte Kundenbedürfnisse, neue Mitbewerber – all das erfordert strategisches Denken. Wer ausschließlich im Operativen bleibt, verliert früher oder später den Anschluss. Nicht dramatisch, nicht von heute auf morgen, aber schleichend und unaufhaltsam.

Es braucht dafür keine komplizierte Methode. Ob Eisenhower-Matrix, ABC-Analyse oder ein einfaches wöchentliches Reflexionsgespräch mit sich selbst – entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern die Gewohnheit: sich regelmäßig zu fragen, woran man eigentlich arbeiten sollte.

2. Planen – Was nicht im Kalender steht, passiert nicht

Der zweite Schritt ist konsequente Planung. Und zwar nicht nur die Tagesplanung – die greift nach Blankas Überzeugung schlicht zu kurz. Wer nur an den nächsten Stunden plant, bleibt zwangsläufig im Operativen gefangen.

Was wirklich hilft: die Wochenplanung.

Konkret empfiehlt Blanka Vötsch, sich am Freitag die kommende Woche anzusehen und bewusst ein bis zwei Fokusblöcke einzuplanen – Zeiten, die ausschließlich einem strategischen Thema gewidmet sind. Diese Blöcke werden wie Meetings behandelt: fixer Termin, nicht verschiebbar, nicht überschreibbar.

Wer wartet, bis der Kleinkram erledigt ist, bevor er sich um das Wichtige kümmert, wartet vergebens. Denn der Kleinkram endet nie. Er reproduziert sich täglich neu. Deshalb muss das Wichtige zuerst kommen – im Kalender und im Kopf.

Das gilt für Einzelpersonen genauso wie für Teams und Unternehmen. Große Firmen machen Strategietage, Klausuren, Innovationssessions – nicht weil sie so viel Zeit haben, sondern weil sie verstanden haben: Was nicht geplant ist, passiert nicht.

3. Pausen machen – Der unterschätzte Produktivitätsfaktor

Das dritte P ist das, das am häufigsten unterschätzt wird: die Pause.

Viele Menschen glauben, wer keine Pausen macht, spart Zeit. Das Gegenteil ist wahr. Wer keine Pausen macht, verliert schleichend an Leistungsfähigkeit – und merkt es oft nicht einmal.

Blanka Vötsch erklärt das anschaulich: Während der Arbeit legt das Gehirn unzählige Informationsfragmente auf dem „geistigen Schreibtisch“ ab. Notizen aus dem letzten Meeting, Gedanken zum aktuellen Projekt, offene Fragen. Wenn keine Pause folgt, türmt sich dieser Schreibtisch immer höher – bis das Denken träge wird und die Konzentration nachlässt.

In einer echten Pause – ohne Smartphone, ohne Social Media, ohne neue Reize – beginnt das Gehirn, diesen Schreibtisch zu ordnen. Es sortiert, priorisiert, räumt weg. Nach zehn Minuten echter Pause ist der Kopf wieder frei. Klar. Einsatzbereit.

Die Empfehlung von Blanka Vötsch: 50 Minuten konzentriert arbeiten, 10 Minuten echte Pause. Wer das konsequent umsetzt, schafft in zwei Stunden mehr als an einem vollen Tag voller Ablenkungen und Unterbrechungen.

Der Fokus-Faktor: Bis zu 60% mehr Produktivität

Neben den drei Ps ist Fokus das zentrale Thema im Gespräch mit Blanka Vötsch. Und die Zahlen, die sie nennt, sind beeindruckend: Wer in echten Fokuszeiten arbeitet – ohne Benachrichtigungen, ohne Unterbrechungen, nur eine Aufgabe – steigert seine Produktivität um 40 bis 60 Prozent.

Das ist kein theoretischer Wert. Das ist messbar. Denn jede Unterbrechung kostet nicht nur die Unterbrechungszeit selbst, sondern auch die Zeit, die das Gehirn braucht, um wieder vollständig in die ursprüngliche Aufgabe einzutauchen. Je nach Komplexität und Tagesform sind das 15 bis 23 Minuten.

Wer also am Vormittag fünfmal unterbrochen wird, verliert damit potenziell fast zwei Stunden an konzentrierter Arbeitszeit – ohne es zu bemerken.

Der einfachste und wirkungsvollste erste Schritt: E-Mail-Benachrichtigungen deaktivieren. Keine Pop-ups, kein Ton, kein roter Punkt in der Taskleiste. Eine E-Mail kann 20 Minuten warten. Wenn es wirklich dringend ist, klopft jemand an die Tür oder ruft an.

Das gilt auch für Teams-Nachrichten, Smartphone-Benachrichtigungen und alle anderen digitalen Unterbrechungsquellen. Wer fokussiert arbeiten will, muss die Außenwelt bewusst ausblenden – für eine begrenzte Zeit, aber konsequent.

Was das mit Innovation zu tun hat

Innovation braucht Raum. Nicht nur physisch, nicht nur organisatorisch – sondern vor allem mental.

Neue Ideen entstehen nicht zwischen zwei Meetings. Sie entstehen, wenn Menschen die Freiheit haben, in die Tiefe zu denken. Wenn sie Zusammenhänge erkennen, Bekanntes neu kombinieren, Fragen stellen, die sonst niemand stellt. Dafür braucht es Fokus. Dafür braucht es Zeit – und zwar eingeplante, geschützte, bewusst reservierte Zeit.

Wer Innovation ernst nimmt, muss ihr einen festen Platz im Kalender geben. Nicht als vages Vorhaben, sondern als konkreten Block: Dienstag, 9 bis 11 Uhr, Thema Marktentwicklung. Donnerstag, 14 bis 15 Uhr, Review laufender Innovationsprojekte. Klar, terminiert, nicht verhandelbar.

Und wer denkt, Kreativität lasse sich nicht planen – den widerlegt Blanka Vötsch ebenfalls: Das Gehirn kann auf Abruf kreativ sein, wenn es die entsprechenden Bedingungen vorfindet. Fokus, Ruhe, eine klare Aufgabenstellung. Die Inspiration wartet nicht auf die freie Stunde, die ohnehin nie kommt. Sie kommt, wenn man ihr einen Termin gibt.

Der Sofort-Tipp: Mit einer Fokuszeit beginnen

Blanka Vötsch empfiehlt, klein anzufangen. Nicht sofort den ganzen Kalender umstrukturieren. Nicht fünf neue Gewohnheiten gleichzeitig einführen. Sondern: Eine Fokuszeit pro Woche einplanen.

Zum Beispiel nächsten Donnerstag von 8 bis 10 Uhr. Alle Benachrichtigungen aus. Tür zu oder Kolleginnen und Kollegen rechtzeitig informiert. Nur eine Aufgabe, die wirklich wichtig ist. Und dann: dranbleiben.

Wer dabei abgelenkt wird, notiert die Ablenkung – und analysiert anschließend, ob sie von außen kam oder aus dem eigenen Kopf. Beides lässt sich abstellen. Aber erst wenn man weiß, woher die Unterbrechungen kommen, kann man gezielt gegensteuern.

Das Ergebnis nach diesem ersten Versuch spricht meist für sich. Was in zwei Stunden echten Fokus möglich ist, überrascht regelmäßig – selbst Menschen, die glauben, ihren Arbeitsalltag bereits gut im Griff zu haben.

Produktivität ist keine Frage der Stunden, sondern der Haltung

Was Blanka Vötsch im Gespräch deutlich macht: Zeitmanagement ist kein Thema für gestresste Einzelpersonen. Es ist ein strategisches Unternehmensthema. Wer langfristig erfolgreich sein will, wer Innovation nicht nur als Schlagwort, sondern als gelebte Praxis versteht, der muss die Voraussetzungen dafür schaffen.

Das bedeutet: Priorisieren, was wirklich wichtig ist. Planen, was nicht dem Zufall überlassen werden darf. Und Pausenmachen als festen Bestandteil produktiver Arbeit verstehen.

Erfolgreiche Unternehmen, so Blanka Vötsch, sind immer zwei Schritte voraus. Nicht weil sie mehr Zeit haben. Sondern weil sie verstanden haben, wie sie ihre Zeit einsetzen.

Wer jetzt wartet, bis der Schmerz groß genug ist – bis Mitarbeitende kündigen, bis der Markt davongezogen ist, bis das Feuer lichterloh brennt – der zahlt einen unnötig hohen Preis. Die Alternative ist einfacher als gedacht: Jetzt anfangen. Mit einer Fokuszeit. Diese Woche.

Blanka Vötsch: Von der Automobilindustrie zur Zeitmanagement-Expertin

Blanka Vötsch kommt nicht aus der Welt der Ratgeber-Bücher oder Motivationsreden. Sie kommt aus dem Projektmanagement der Automobilindustrie – einer Branche, die für knappe Deadlines, komplexe Projekte und enormen Leistungsdruck bekannt ist. Diese Erfahrung prägt bis heute ihre Arbeit.

Denn Blanka weiß, wie es sich anfühlt, wenn alles gleichzeitig brennt. Wenn das Operative die Oberhand gewinnt. Wenn strategische Themen immer wieder nach hinten rutschen – nicht weil sie unwichtig sind, sondern weil der Alltag schlicht übermächtig wirkt.

Heute begleitet sie Unternehmen, Führungskräfte und Teams dabei, produktiver und gleichzeitig entspannter zu arbeiten. Mit Keynotes, Inhouse-Trainings und ihrem Buch „Endlich genug Zeit“ hat sie sich als eine der gefragtesten Stimmen zum Thema Zeitmanagement im deutschsprachigen Raum etabliert.

Ihre Botschaft ist dabei immer dieselbe: Es geht nicht darum, noch mehr in den Tag zu stopfen. Es geht darum, das Richtige zur richtigen Zeit zu tun.

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Buch: https://www.amazon.de/Endlich-genug-Zeit-Zeitmanagement-Lebensqualit%C3%A4t/dp/3658493518

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